arts by Farangis

MOLAVI BALKHI

RUMI

Wenn du ein Auge hast, schau mit deinem Auge: blicke nicht durch das Auge des ignoranten Narren. Wenn du ein Ohr hast, höre mit deinem eigenen Ohr: warum solltest du dich abhängig machen von den Ohren Starrköpfiger? Übe dich darin, selber zu schauen, ohne blindlings irgendeiner Autorität zu folgen: denke gemäß der Sicht deiner eigenen Vernunft.

All wise have said this same thing: the wise man is a (Divine) mercy to created beings. Moral und Realität -- Nacherzählungen von Auszügen aus Mathnawi, nach R.A. Nicholson. Mit Illustrationen von Farangis Yegane (noch in Arbeit).

The Mathnawi, it is said, is easier than easy to the ignorant, but harder than hard to the wise ...

The Mathnawi, it is said, is easier than easy to the ignorant, but harder than hard to the wise ...

Diese Texte können Sie hier als PDFs downloaden:

1. Der Löwe und die Beutetiere (PDF Datei) - BOOK I
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 50-76.

2. Der Kaufmann und der Papagei der ihm eine Botschaft an die Papageien in Indien mitgab (PDF Datei) - BOOK I
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 85-101.

3. Das streunende Kamel des wahren Gläubigen (PDF Datei) - BOOK II
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 372-377.

4. Der Lehrer der sich einbildete dass er krank sei (PDF Datei) - BOOK III
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 85-91.

5. Der Drogist und der Ton-Fresser (PDF Datei) - BOOK IV
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 306-308.

6. Der Mann der es versäumte von den weisen Ratschlägen eines Vogels zu profitieren (PDF Datei) - BOOK IV
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 396-397.

7. Der Türke und der Schneider (PDF Datei) - BOOK VI
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books V & VI, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1934), New Series, IV, 6. London, 1960, pp. 350-354.

8. Die Maus und der Frosch (PDF Datei) - BOOK VI
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books V & VI, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1934), New Series, IV, 6. London, 1960, pp. 403-422.

Ich habe vor die Texte noch einmal zu korrigieren. Sie sind als Reader in der Edition Farangis erschienen und können erworben werden für eine Schutzgebühr von € 15.00 bei uns erworben werden. Sie können uns kontaktieren: mail [at] simorgh [dot] de

Zu diesen Texten

Ich möchte Ihnen hier einige von mir nacherzählte Geschichten aus dem Mathnawi von Molavi (Rumi) nach der Übersetzung von R.A. Nicholson vorstellen. Zu der Art der Herangehensweise meiner Bearbeitung möchte ich folgendes sagen. Als erstes möchte ich mein Unterfangen, aus einer Übersetzung zu übersetzen damit rechtfertigen, dass sogar "die" Bibel tatsächlich in ihren meisten Fassungen eine Übersetzung einer Übersetzung ist. Die Tiefe der Auffassungsgabe Professor Nicholsons hat mich so sehr beeindruckt, dass mir seine Übersetzungsarbeit hat mir klar werden lassen, dass Tiefe im Denken nicht gebunden ist an kulturelle Lokalitäten wie Orient und Okzident. Tiefes Denken kennt keine Barrieren. Den meisten ist die Annäherung an den Orient insbesondere durch Arbeiten von Frau Professor Annemarie Schimmel bekannt, die eine Expertin auf ihren Gebiet ist. Warum es mich trotz der bestehenden Bearbeitungen anderer gedrängt hat meine Variante einiger Geschichten aus so einem so wichtigen Buch wie Molavis Mathnawi zu verfassen, hat mehrere Gründe. 1.) Mir gefällt, dass Nicholson die Sätze Rumis nicht strafft. Frau Prof. Schimmel presst die persischen Verse Rumis bei der Übersetzung wieder in die Versform, während Nicholson aufgrund der Übersetzungsschwierigkeit auf Reime verzichtet.

Zur Veranschaulichung ein exemplarisches Beispiel:

Ein gewisser Mann fing einen Vogel mit Hinterlist und einer Falle: der Vogel sagte zu ihm, "Oh edler Herr,
Du hast viele Ochsen und Schafe gegessen, du hast viele Kamele geopfert;
Niemals in der Welt wurdest du durch sie gesättigt, so wirst du auch nicht durch meine Glieder gesättigt werden ..."

(THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.I.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 396-397.)

Die gleiche Passage in der Version von Frau Prof. Schimmel:

Ein Sperling sprach zu dem, der ihn gefangen: "Was kannst du von diesem Kopf und Bein empfangen"?

(SCHIMMEL, Annemarie, Die drei Versprechen des Sperlings: Die schönsten Tierlegenden aus der islamischen Welt, C.H. Beck, München, 1997, S. 112.)

und

Er sagte zum Papagei, "Welches Geschenk soll ich dir aus Indien mitbringen?"
Der Papagei sagte, "Wenn du die Papageien dort siehst, erzähl ihnen von meiner Notlage (und sage),
'So-und-so ein Papagei, der sich nach euch sehnt, sitzt, durch das Schicksal des Himmels, bei mir in Gefangenschaft.
Sie (der Papagei) grüßt euch und sehnt sich nach Gerechtigkeit und wünscht sich, von euch die Mittel und Wege zu erfahren, wie man dem rechten Weg folgt.
Sie sagt, "Ist es richtig, dass ich in meiner Sehnsucht (nach euch) meinen Geist aufgebe und hier in Separation sterbe? ...'"

(THE MATHNAWÍ OF JALÁLU'DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.I.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 85-86.)

Die gleiche Passage in der Version von Frau Prof. Schimmel:

Den Papagei fragt' er: "Was willst du haben?
Was bring ich dir aus Indien als Gaben?"
Der Sprach: "Gib bitte doch den Papageien,
die du dort siehst, von meinem Zustand Kunde!
Sag: 'Einer voller Sehnsucht und Verlangen,
ist durch Beschluss des Himmels hier gefangen;
er lässt euch grüßen, und er bittet euch
um Hilfe und um gute Weisung gleich.'
Er sagt: 'Ziemt es sich denn, dass ich voll Sehnsucht
mein Leben aushauch, sterbe in der Fremde?

(SCHIMMEL, Annemarie, Die drei Versprechen des Sperlings: Die schönsten Tierlegenden aus der islamischen Welt, C.H. Beck, München, 1997, S. 153.)

2.) Als nächstes denke ich, dass die unmittelbare, quasi fast "respektlose" Annäherung an die Tiefe dieser Gedanken wichtig ist. Man muss nicht erst Iranistik studieren um sich an das Denken Movlavis heranzuwagen - selbst wenn jede Übersetzung nach Nicholsons Worten sowieso "ein bloßer Schatten des Originals bleibt." in der Annäherung an diese Gedanken geht es um das selbst vollzogene Verständnis einer Idee, die einer umschriebenen Realität entspringt, und es geht nicht um enthobene Genialität mit der man beim inneren Nachvollziehen seine Schwierigkeiten haben müsste.

3.) Ein weiterer Punkt ist, dass die kulturellen Inhalte Irans zu stark unter dem islamischen Gesichtspunkt und zu wenig unter dem Aspekt der ureigenen Kultur des Landes betrachtet wird. Die Gedanken Molavis sind reich an einem Verständnis über die Natur und das reelle Universum. Seine Bilder entspringen keiner wirklich religiös motivierten, aber selbstverständlich auch keiner naturwissenschaftlich orientierten Auffassung, sondern Rumis "Bilder" repräsentieren das wesenhafte und das naturhafte der Welt, wie es aus der Eigneheit der Dinge an das "göttliche" gebunden ist. Seine Mystik muss in der vorislamischen Kultur des Irans verwurzelt sein, die Schwerpunktlagerung der "Moral der Geschichten" deutet darauf hin.

Der Grund warum ich Ihnen gerade als Tierrechtlerin, Environmentalistin und Menschenrechtlerin Auszüge aus dem Mathnawi vorstelle, ist, dass mir im Laufe meiner Arbeit bewusst wurde, dass die Ursache des Problems der innere Konflikt des Menschen selbst ist, aus zwei Sichten heraus, einmal das Problem desn Menschen als "der Täter", als der uninformiert oder destruktiv Handelnde, und auf der anderen Seite das Problem Mensch als der Mensch, der sich versucht aus den Schlingen der gesellschaftlichen Zwänge in seinem Denken und Handeln zu befreien, dem es aber an Werkzeugen zur eigenen echten Befreiung zu fehlen scheint. Es ist einfach die Gesellschaft zu kritisieren, aber ohne ein Gegenmodell und ohne moralische Stärke entwickelt zu haben, bleibt man als "Kämpfer" kläglich in der Frustration gefangen. Sinn dessen, für eine bessere Welt zu kämpfen ist aber nicht letztendlich verzeweifeln zu müssen und sich verloren fühlen zu müssen, sondern seine Kraft zu erhalten und zu entwickeln. Dazu braucht es moralische Beispiele und ein entwickeltes viel tiefer greifendes Realitätsverständnis als das, das uns unser Mainstream heute bietet, die akademische Welt oder auch die Religonen. Bei Molavi habe ich eine Tiefe im Denken gefunden, die ich unbedingt :o) mit Ihnen teilen möchte.

Die Klammern in den Übersetzungstexten kennzeichnen die von Nicholson hinzugefügten Wörter. Wie bereits erwähnt, ist jede Übersetzung des Mathnawi ein bloßer Schatten des Originals. Diese Texte, die ich hier eventuell noch weiter in der Anzahl ergänzen werden, werden mit Illustrationen von Farangis Yegane auch in näherer Zukunft als Buch in der Edition Farangis erscheinen. Als Reader sind einige Erzählungen bereits erhältlich bei uns.

G.Y. Arani-Prenzel, Frankfurt am Main, 27. März 2005.

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