Es ist klar, vegane Metzger (siehe Namen/Diskussion hier: unique, double, triple and quadruple- standards, what about the cult of flesh ) sind das aller übelste. Es gibt sie, und es gibt recht viele vegane Speziesisten. Die Nuancen rangieren zwischen allen möglichen Extremen, gehen über bis zum harmlosen passiv Veganer.
Über ein Beispiel veganen Speziesismus bin ich gestolpert, das ich hier gerne erwähnen möchte. Die Frage dabei ist mal wieder: reicht es vegan zu sein? Ich meine, nein es reicht nicht, zumindest nicht dazu um eine gerechtere Welt zu schaffen.
Als VeganerIn sollte man ein gewisses Gerechtigkeitsempfinden haben, das Tiere mit einbeschließt. Holistisches Denken schließt Tiere mit ein und Veganismus ist ein solches Denken. Nun, dieses Projekt auf das ich im Internet stieß, lebt vor wie man sich “from sratch” zum bio-veganen Selbstversorger in der Tschechei entwickeln kann. Klingt gut, der Haken an der Sache ist aber wie nichtmenschliche Tiere hier von den Machern des Projekts thematisiert werden.
http://experimentselbstversorgung.net/auf-zur-nachsten-runde/ : ”Wenn Du die Arbeit mit und in der Natur liebst, Handarbeit so weit irgendwie möglich maschineller Arbeit vorziehst und es als eines der höchsten Ziele im Leben siehst, das durch jede_n von uns verursachte Leid auf ein Minimum zu reduzieren. Folglich wollen wir zum Beispiel keine sogenannten „Nutz“tiere auf unserem Hof. In der Beschreibung unseres Traums und in unserer Vision, kannst Du sehr gut nachlesen, wonach wir uns sehnen.”
http://experimentselbstversorgung.net/tiere-halten/ : “[...] Mein persönliches Fazit … Mir ist es den immensen Mehraufwand an Zeit, Geld und Nerven nicht wert, nur um auf der einen Seite die Natur deutlich mehr zu belasten als nötig und auf der anderen Seite Produkte zu haben, die ethisch zumindest fragwürdig sind. Die einzige Ausnahme, über deren Sinnhaftigkeit ich derzeit nachdenke, ist die wesensgemäße Imkerei. Also vereinfacht gesagt, das Bereitstellen von Nistkästen für Bienen, die diese benutzen können – und lediglich im Frühsommer den Honig zu nehmen, den die Bienen nach dem Winter selbst nicht mehr verwenden.”
http://experimentselbstversorgung.net/unsere-vision/ ”[...] … Ein Garten ohne Lärm und Gift, dafür mit umso mehr Vögeln, Fröschen und Fledermäusen.”
Ja … dies ist alles, wie Tiere in einem idealen Garten vorkommen sollten, so liest es sich für mich zumindest. Nur die Seite über die Frage ob Tierhaltung oder nicht, widmet sich primär der Tierfrage im Rahmen dieses veganen Selbstversorgerprojekts. Dort wird aber eine Art Aufrechnung betrieben, und zwar dahigehend, dass Tiere in einer wirklich primären Rolle, wenn überhaupt, in einem möglichen intakten Lebensraum (in dem nichtmenschliche Tiere und Menschen beide nebeneinander oder miteinander Leben KÖNNTEN), höchstens als “Nutztiere” in Erscheinung treten KÖNNTEN. Als Bio-Veganer lehnt man das natürlich ab. Was man anstrebt ist also ein “idealer Ort”, ein autarkes Paradies, in dem Tiere, die aber tatsächlich ebenfalls einen natürlichen Raum zum Leben brauchen – mehr als wir … in dem Tiere – im Sinne der Tier-rechte – KEINEN Platz haben. Weder theoretisch, noch praktisch.
Tiere aus veganen Projekten mit der Argumentation von der zentralen Frage nach Ethik auszuschließen, denn sie sind dort wo sie sind entweder allein mit Teil der Lebensgemeinschaft wenn sie recht klein, unstörend und ökölogischer Bestandteil sind, dass man sie im Garten nur rumschnurren hat, oder aber stattdessen: sie sind ja eh nur “nutztier-Ballast”, ist für mich eine spezisistische Gesinnung.
Mein Fazit ist mal wieder: vegan kann vieles sein, aber mit gerechtem Denken hat das lange nichts zu tun.
Alle veganen Kommunen von denen ich soweit weiß, haben ein ähnliches Problem mit der Übergewichtung menschlicher Interessen. Mir ist bislang kein veganes Selbstversorgungsprojekt bekannt, das Tierrechte aktiv in gleicher Weise betont wie die eigenen unmittelbaren Interessen.





